
Unter dem Pflaster liegt der Strand
17.10.2025 – 22.11.2025, Klub Solitaer, Chemnitz
Klub Solitaer, Galerie Hinten, Chemnitz
Dominik Geis, Shaotong He, Carolin Israel, Ulrike Kazmaier
Ein Ausstellungsaustausch vom AURA Kunstraum Düsseldorf und dem Klub Solitaer in Chemnitz. Der AURA Kunstraum ist ein Kollektiv von Kunstakteur:innen, die seit 2020 einen Ausstellungsraum auf der Galerienmeile im Herzen der Düsseldorfer Kunstszene betreiben. Heute von Carolin Israel, Ulrike Kazmaier, Shaotong He, Maren Knapp und Dominik Geis geführt, versteht er sich als Ort für interdisziplinäre und vielfältige Ausstellungsprojekte aus dem Rheinland und darüber hinaus. Unter dem Pflaster liegt der Strand – der berühmte Slogan der Pariser Mai-Revolte von 1968 – steht sinnbildlich für das Verborgene, das Potenzialhafte, das Widerständige unter einer scheinbar festen Oberfläche. Die Ausstellung versammelt vier künstlerische Positionen, die sich auf unterschiedliche Weise mit dem Sichtbarmachen von Brüchen, Einschreibungen und verborgenen Schichten beschäftigen – sei es im digitalen Bildraum, im Verhältnis von Malerei und Raum oder in der medialen Inszenierung des Körpers. Carolin Israel arbeitet als Malerin im erweiterten Bildraum. Ihre Werke brechen mit der klassischen Zweidimensionalität der Leinwand, indem sie Malerei in raumgreifende Installationen überführt. Blurr und Cut-Outs, Flächen und Schichten, Schärfe und Unschärfe erzeugen eine ambivalente Bildlichkeit, die mehr Fragen stellt als Antworten gibt. In der Spannung zwischen Illusion und Fragment öffnen sich ihre Werke als Denk- und Imaginationsräume – Fenster in ein Anthropozän, das nach neuen ästhetischen Formen verlangt, um das Komplexe, das Zukünftige und das Zerbrechliche sichtbar zu machen. Dominik Geis richtet seinen Blick auf den Körper als Austragungsort gesellschaftlicher Aushandlungsprozesse. In seinen choreografischen Found-Footage-Videocollagen dekonstruiert er mediale Bilder, zerschneidet, loopt und montiert sie zu vielschichtigen Dramaturgien aus Bild, Klang und Zeit. Seine Videoinstallation the surge wirft den Betrachtenden in ein visuelles Chaos aus Körpern, Symbolen und Weltordnungen, das sich rhythmisch neu formiert – und letztlich eruptiv entlädt. Die Arbeit macht erfahrbar, wie der Körper zwischen Sichtbarkeit und Kontrolle, Lust und Ordnung oszilliert – und zum Ort von Widerstand wird. Ulrike Kazmaier legt in ihren Arbeiten jene Momente digitaler Instabilität offen, in denen das vermeintlich Perfekte ins Stottern gerät: Glitches, Rasterungen, minimale Pixelverschiebungen. Diese digitalen Störungen übersetzt sie in analoge, greifbare Skulpturen – rau, brüchig, irritierend. Die Artefakte machen erfahrbar, was sonst verborgen bleibt: die Fehler im System, das Menschliche im Digitalen, das Material im Virtuellen. Ihre Objekte verhandeln das Verhältnis zwischen Oberfläche und Tiefe, Präsenz und Abwesenheit. Shaotong He beschäftigt sich in seiner künstlerischen Praxis mit den psychologischen Ausprägungen des Menschen im Allgemeinen und in der modernen Gesellschaft. Durch die Verbindung naturwissenschaftlicher Aspekte mit mythologischem Symbolismus transferiert er seine Beobachtungen in eine eigenständige visuelle Sprache.
Gemeinsam öffnen die drei Positionen einen Möglichkeitsraum: Sie legen frei, was unter der Oberfläche brodelt – sei es Pixel oder Pigment, Körper oder Code. Unter dem Pflaster liegt der Strand – ein Ort des Aufbruchs, der Reibung, der radikalen Imagination.
Maren Knapp






Werkverzeichnis:
1) Possibly maybe (chromoxydgreen), MDF, Acryl, Pigment, Textil, Gips, Größe variabel (hier: 110 x 260 x 10 cm), 2025
2) Touch it (butterfly), Fine Art Print auf Alu-Dibond, Aluminiumrahmen, 40 x 29 cm, 2025
3) Still loading, Keramikmosaik, Lack, HPL-Platte, Holzrahmen, 80 x 60 cm, 2025
Fotos: Klub Solitär e.v., letztes Fotos: Johannes Bendzulla

Unter dem Pflaster liegt der Strand
17.10.2025 – 22.11.2025, Klub Solitaer, Chemnitz
Unter dem Pflaster liegt der Strand
17.10.-22.11.2025
Klub Solitaer, Galerie Hinten, Chemnitz
Dominik Geis, Shaotong He, Carolin Israel, Ulrike Kazmaier
Ein Ausstellungsaustausch vom AURA Kunstraum Düsseldorf und dem Klub Solitaer in Chemnitz. Der AURA Kunstraum ist ein Kollektiv von Kunstakteur:innen, die seit 2020 einen Ausstellungsraum auf der Galerienmeile im Herzen der Düsseldorfer Kunstszene betreiben. Heute von Carolin Israel, Ulrike Kazmaier, Shaotong He, Maren Knapp und Dominik Geis geführt, versteht er sich als Ort für interdisziplinäre und vielfältige Ausstellungsprojekte aus dem Rheinland und darüber hinaus. Unter dem Pflaster liegt der Strand – der berühmte Slogan der Pariser Mai-Revolte von 1968 – steht sinnbildlich für das Verborgene, das Potenzialhafte, das Widerständige unter einer scheinbar festen Oberfläche. Die Ausstellung versammelt vier künstlerische Positionen, die sich auf unterschiedliche Weise mit dem Sichtbarmachen von Brüchen, Einschreibungen und verborgenen Schichten beschäftigen – sei es im digitalen Bildraum, im Verhältnis von Malerei und Raum oder in der medialen Inszenierung des Körpers. Carolin Israel arbeitet als Malerin im erweiterten Bildraum. Ihre Werke brechen mit der klassischen Zweidimensionalität der Leinwand, indem sie Malerei in raumgreifende Installationen überführt. Blurr und Cut-Outs, Flächen und Schichten, Schärfe und Unschärfe erzeugen eine ambivalente Bildlichkeit, die mehr Fragen stellt als Antworten gibt. In der Spannung zwischen Illusion und Fragment öffnen sich ihre Werke als Denk- und Imaginationsräume – Fenster in ein Anthropozän, das nach neuen ästhetischen Formen verlangt, um das Komplexe, das Zukünftige und das Zerbrechliche sichtbar zu machen. Dominik Geis richtet seinen Blick auf den Körper als Austragungsort gesellschaftlicher Aushandlungsprozesse. In seinen choreografischen Found-Footage-Videocollagen dekonstruiert er mediale Bilder, zerschneidet, loopt und montiert sie zu vielschichtigen Dramaturgien aus Bild, Klang und Zeit. Seine Videoinstallation the surge wirft den Betrachtenden in ein visuelles Chaos aus Körpern, Symbolen und Weltordnungen, das sich rhythmisch neu formiert – und letztlich eruptiv entlädt. Die Arbeit macht erfahrbar, wie der Körper zwischen Sichtbarkeit und Kontrolle, Lust und Ordnung oszilliert – und zum Ort von Widerstand wird. Ulrike Kazmaier legt in ihren Arbeiten jene Momente digitaler Instabilität offen, in denen das vermeintlich Perfekte ins Stottern gerät: Glitches, Rasterungen, minimale Pixelverschiebungen. Diese digitalen Störungen übersetzt sie in analoge, greifbare Skulpturen – rau, brüchig, irritierend. Die Artefakte machen erfahrbar, was sonst verborgen bleibt: die Fehler im System, das Menschliche im Digitalen, das Material im Virtuellen. Ihre Objekte verhandeln das Verhältnis zwischen Oberfläche und Tiefe, Präsenz und Abwesenheit. Shaotong He beschäftigt sich in seiner künstlerischen Praxis mit den psychologischen Ausprägungen des Menschen im Allgemeinen und in der modernen Gesellschaft. Durch die Verbindung naturwissenschaftlicher Aspekte mit mythologischem Symbolismus transferiert er seine Beobachtungen in eine eigenständige visuelle Sprache.
Gemeinsam öffnen die drei Positionen einen Möglichkeitsraum: Sie legen frei, was unter der Oberfläche brodelt – sei es Pixel oder Pigment, Körper oder Code. Unter dem Pflaster liegt der Strand – ein Ort des Aufbruchs, der Reibung, der radikalen Imagination.
Maren Knapp






Werkverzeichnis:
1) Possibly maybe (chromoxydgreen), MDF, Acryl, Pigment, Textil, Gips, Größe variabel (hier: 110 x 260 x 10 cm), 2025
2) Touch it (butterfly), Fine Art Print auf Alu-Dibond, Aluminiumrahmen, 40 x 29 cm, 2025
3) Still loading, Keramikmosaik, Lack, HPL-Platte, Holzrahmen, 80 x 60 cm, 2025
Fotos: Klub Solitär e.v., letztes Fotos: Johannes Bendzulla
Info
Ulrike Kazmaier
*1989
lebt und arbeitet in Düsseldorf als freie Künstlerin und Kunstpädagogin
Seit 2025 kuratorisches Mitglied des AURA Projektraums
CV
2016
Akademiebrief (Diplom Freie Kunst) Kunstakademie Düsseldorf
2015
Meisterschülerin von Prof. Martin Gostner
2015
Staatsexamen I
2011–2012
Erasmusstipendium, Trinity College Dublin, Irland
2008–2016
Studium der bildenden Kunst an der Kunstakademie Düsseldorf bei
Reinhold Braun, Lucy McKenzie und Martin Gostner
Ausstellungen
(E) Einzelaustellung (P) Publikation
2025
apparently maybe, AURA Kunstraum, Düsseldorf
Der Geruch von grünem Donner, es365 Düsseldorf
Unter dem Pflaster liegt der Strand, Galerie Hinten,
Klub Solitär Chemnitz
editions, AURA Kunstraum, Düsseldorf
2024
Erregung öffentlicher Freude, Hilbertraum, Berlin
etat d'âme, Art Artist Düsseldorf
DIE GROSSE, Kunstpalast Düsseldorf (P)
2023
RAW, Kunst im Tunnel (KIT), Düsseldorf (P)
Ein Fenster öffnen, Kiew, Institute of Automation
2022
Bergischer Kunstpreis, Museum Solingen (P)
Artist Talk und Publikation, studio for artistic research, Düsseldorf
vor der Photographie, Z.E.F.F, Foto Wien, Wien (P)
2021
Keep In Touch, Bloom Düsseldorf (E, P)
Shapeshift, es365, Düseldorf
2019–2020
6. Internationaler André Evard-Preis, Kunsthalle Messmer, Riegel (P)
2018
Art Fair Hongkong, Schuebbe Inc, Duesseldorf
2017
Genius Loci V, Setareh Gallery, Düsseldorf (P)
Silverlinings, Combino Projectspace, Düsseldorf
2016
Kunst Jetzt!, Ida Gerhadi Preis, Städtische Galerie Lüdenscheid
Escapism, Galerie Temme und Elsweile, Düsseldorf
Ansbach Contemporary, Ansbach (P)
PrntScrn Sysrq, Absolventenausstellung Düsseldorf (E)
2015
Schlaraffenland II, Hilbertraum, Berlin
2014
Kunstförderpreis von Rundstedt, Düsseldorf (P)
Schlaraffenland, Alte Börse, Berlin
Seven Up, Projektraum Kaiserstraße, Düsseldorf
Texte
Maren Knapp (Auszug aus „Unter dem Pflaster liegt der Strand)
Ulrike Kazmaier legt in ihren Arbeiten jene Momente digitaler Instabilität offen, in denen das vermeintlich Perfekte ins Stottern gerät: Glitches, Rasterungen, minimale Pixelverschiebungen. Diese digitalen Störungen übersetzt sie in analoge, greifbare Skulpturen – rau, brüchig, irritierend. Die Artefakte machen erfahrbar, was sonst verborgen bleibt: die Fehler im System, das Menschliche im Digitalen, das Material im Virtuellen. Ihre Objekte verhandeln das Verhältnis zwischen Oberfläche und Tiefe, Präsenz und Abwesenheit.
jury of startpointprize 2016
Ulrike Kazmaier creates works that at first glance have little connection with each other in terms of form. The connection, however, is the mental process that inspires them. The artist borrows details from a variety of historical works of art, although not as such, but as translated by some medium of reproduction. Kazmaier repeats this process or zooms to extreme close-up, which may reveal for example the bright variety of colors in the pixels of Renaissance paper. Pixels in turn become an abstract tile mosaic. Work with other details shows other possibilities of translation, which as it turns out are infinite.In the era of digital appropriation and technical reproducibility, almost anything is possible and perhaps for this reason Kazmaier looks for ways to ground existing objects anew in some tangible reality. In doing so, she re-creates them into new, visually elegant abstract works.
Interview Horst und Edeltraut
https://interviews.horstundedeltraut.com/ulrike-kazmaier-continue-to-grow/
Auszeichnungen
2025
COCA, production prize winner, Italien
2016
startpointprize, Preis für europäische Absolventenausstellungen, Prag
Info
Ulrike Kazmaier
*1989
lebt und arbeitet in Düsseldorf als freie Künstlerin und Kunstpädagogin
Seit 2025 kuratorisches Mitglied des AURA Projektraums
CV
2016
Akademiebrief (Diplom Freie Kunst) Kunstakademie Düsseldorf
2015
Meisterschülerin von Prof. Martin Gostner
2015
Staatsexamen I
2011–2012
Erasmusstipendium, Trinity College Dublin, Irland
2008–2016
Studium der bildenden Kunst an der Kunstakademie Düsseldorf bei
Reinhold Braun, Lucy McKenzie und Martin Gostner
Ausstellungen
(E) Einzelaustellung (P) Publikation
2025
apparently maybe, AURA Kunstraum, Düsseldorf
Der Geruch von grünem Donner, es365 Düsseldorf
Unter dem Pflaster liegt der Strand, Galerie Hinten,
Klub Solitär Chemnitz
editions, AURA Kunstraum, Düsseldorf
2024
Erregung öffentlicher Freude, Hilbertraum, Berlin
etat d'âme, Art Artist Düsseldorf
DIE GROSSE, Kunstpalast Düsseldorf (P)
2023
RAW, Kunst im Tunnel (KIT), Düsseldorf (P)
Ein Fenster öffnen, Kiew, Institute of Automation
2022
Bergischer Kunstpreis, Museum Solingen (P)
Artist Talk und Publikation, studio for artistic research, Düsseldorf
vor der Photographie, Z.E.F.F, Foto Wien, Wien (P)
2021
Keep In Touch, Bloom Düsseldorf (E, P)
Shapeshift, es365, Düseldorf
2019–2020
6. Internationaler André Evard-Preis, Kunsthalle Messmer, Riegel (P)
2018
Art Fair Hongkong, Schuebbe Inc, Duesseldorf
2017
Genius Loci V, Setareh Gallery, Düsseldorf (P)
Silverlinings, Combino Projectspace, Düsseldorf
2016
Kunst Jetzt!, Ida Gerhadi Preis, Städtische Galerie Lüdenscheid
Escapism, Galerie Temme und Elsweile, Düsseldorf
Ansbach Contemporary, Ansbach (P)
PrntScrn Sysrq, Absolventenausstellung Düsseldorf (E)
2015
Schlaraffenland II, Hilbertraum, Berlin
2014
Kunstförderpreis von Rundstedt, Düsseldorf (P)
Schlaraffenland, Alte Börse, Berlin
Seven Up, Projektraum Kaiserstraße, Düsseldorf
Texte
Maren Knapp (Auszug aus „Unter dem Pflaster liegt der Strand)
Ulrike Kazmaier legt in ihren Arbeiten jene Momente digitaler Instabilität offen, in denen das vermeintlich Perfekte ins Stottern gerät: Glitches, Rasterungen, minimale Pixelverschiebungen. Diese digitalen Störungen übersetzt sie in analoge, greifbare Skulpturen – rau, brüchig, irritierend. Die Artefakte machen erfahrbar, was sonst verborgen bleibt: die Fehler im System, das Menschliche im Digitalen, das Material im Virtuellen. Ihre Objekte verhandeln das Verhältnis zwischen Oberfläche und Tiefe, Präsenz und Abwesenheit.
jury of startpointprize 2016
Ulrike Kazmaier creates works that at first glance have little connection with each other in terms of form. The connection, however, is the mental process that inspires them. The artist borrows details from a variety of historical works of art, although not as such, but as translated by some medium of reproduction. Kazmaier repeats this process or zooms to extreme close-up, which may reveal for example the bright variety of colors in the pixels of Renaissance paper. Pixels in turn become an abstract tile mosaic. Work with other details shows other possibilities of translation, which as it turns out are infinite.In the era of digital appropriation and technical reproducibility, almost anything is possible and perhaps for this reason Kazmaier looks for ways to ground existing objects anew in some tangible reality. In doing so, she re-creates them into new, visually elegant abstract works.
Interview Horst und Edeltraut
https://interviews.horstundedeltraut.com/ulrike-kazmaier-continue-to-grow/
Auszeichnungen
2025
COCA, production prize winner, Italien
2016
startpointprize, Preis für europäische Absolventenausstellungen, Prag